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Pressearchiv 12/2003: Ganz relaxed im Hier und Jetzt

Alternative Heiltechniken für Menschen wirken auch bei Tieren

Alternative Heiltechniken auch für Tiere
Dem Gesang des Kanarienvogels lauschen, der Katze das Fell bürsten, mit dem Hund spazieren gehen: Tiere helfen Menschen, den Stress ihres Alltags zu vergessen. Doch auch Tiere müssen sich erholen – von der gestressten Besitzerin, dem nervösem Herrchen oder einer anstrengen- den Umgebung. Wie hilft der Mensch seinem Tier zu entspannen?

Alice Borchards ist eine der ersten ihrer Profession. Die junge Frau ist Doggy- Wellness- Spezialistin. Diesen neuen Beruf hat Ernst Crameri aus Bad Dürkheim erdacht. Bei ihm hat Borchards ihr Handwerkszeug gelernt, unter anderem das Einmaleins der Hundemassage. Seit diesem Sommer reibt, drückt und knetet Borchards nun selbst in ihrem Hotel für Mensch und Tier in Zwenzow, einem etwa 110 Kilometer nördlich von Berlin gelegenen Ort. "Energetische Massagen sind am erfolgreichsten", sagt sie und meint damit Reflexzonenmassagen. Die gibt sie an Pfoten, Ohren oder Kopf, je nachdem, was der Hund am liebsten mag. Die Tiere genössen die handfeste Aufmerksamkeit, vor allem bei Hüftdysplasie oder Dackellähmung. Die Tiere entspannen bei einer Massage, das hat auch Cécile- Simone Alexander, Tierärztin im Bezirk Steglitz in ihrer Praxis festgestellt. Sie setzt Massagen nur bei der Vorbereitung physiotherapeutischer Behandlungen ein. Zur Entspannung empfiehlt sie den Tellington- Touch. Bei dieser, von Linda Tellington Jones entwickelten Methode berührt der Mensch das Tier mit leicht kreisenden Bewegungen und bewegt das Fell sanft hin und her. Dies verbessere die Körperwahrnehmung des Tieres und sein Selbstbewusstsein, sagt Alexander.

"Ich war fasziniert, die Veränderungen bei den Tieren zu sehen." Sie hatten weniger Angst und wurden ruhiger. Die ursprünglich für Pferde entwickelte Methode lässt sich auch bei kleineren Felltieren anwenden. Als Vorbild stand die Feldenkrais- Methode Pate. Was Menschen mögen, tut auch Tieren gut? das stimmt oft, wenn es um Entspannung geht. "Reiki hilft meinen Patienten, warum nicht auch meinen Tieren",dachte die Berliner Heilpraktikerin Christiane Brischke und probierte es aus. Ihre Hunde und Katzen, aber auch die Ente und ihre Gänse wurden ruhiger und gelassener, berichtet sie. Etwas Ähnliches hat die Tierheilpraktikerin Karin Bischof bei zwei anderen, eigentlich nur für Menschen gedachten Heilverfahren beobachtet. So helfe nervösen Tieren eine passende Mischung aus Bachblüten oder eine Farbtherapie. Schon lange sehr erfolgreich bei Pferden eingesetzt, können Farben auch andere Tiere positiv beeinflussen. Vögel beispielsweise liebten Orange, sagt Frau Bischof Zur Beruhigung empfiehlt sie Grün. "Dabei reicht es oft, eine grüne Birne in eine Lampe zu schrauben und das Tier darunter zu setzen!" Der Halter sollte sich ruhig dazugesellen. Schließlich ist es oft die Frage, von wem der Stress eigentlich ausgeht: vom Tier oder vom Menschen. [Martina Janning]

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